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GOLDEN GREATS
 BILLIE HOLIDAY
07. April 1915 - 17. Juli 1959
3 CD Box
neu und originalverschweisst - new and factory sealed !
Sy Oliver Bob Haggart Teddy Wilson Eddie Heywood John Simmons Louis Armstrong Billy Kyle Benny Carter Buster Harding Gordon Jenkins Toots Camarata Bobby Tucker Paul Whiteman Milt Raskin, piano

Billie Holiday war eine, wenn nicht sogar die größte Jazzsängerin des letzten Jahrhunderts. Wie keine Andere schaffte sie es, Menschen unmittelbar zu berühren und zu bewegen. Viele Jazzmusiker heutzutage sehen sie als ,,überbewertet" an und vergleichen ihre Technik mit anderen großen Jazzlegenden wie Ella Fitzgerald oder Sarah Vaughan; was sie nicht sehen, ist folgendes:Billie Holiday ist nicht als Technikerin zu bewerten, sondern als Allround-Künstlerin, ihre Kunst bestand darin, den Gesang direkt zu fokussieren und auf das Herz der Menschen zu richten, die ihr zuhörten. Ihre leicht schleppende Phrasierung, immer etwas hinter dem Beat, ihre wunderbaren Variationen von Melodien und ihr perfektes Zusammenspiel mit der Band suchen auf der Welt noch nach Ihresgleichen!
1915 wird Billie Holiday in Baltimore geboren. Ihre Mutter ist 13, ihr Vater 15. Als Billie drei Jahre alt ist, geht ihr Vater Clarence als Banjo-Spieler nach New York. Die Mutter folgt ihm kurzfristig. Billie wird von der verhaßten Großmutter aufgezogen. Als diese 1921 durch einen Unfall ums Leben kommt, an dem Billie irgendwie Schuld hat, kehrt die inzwischen geschiedene Mutter nach Baltimore zurück und arbeitet als Hausmädchen für 10 Dollar die Woche. 1925 wird Billie von einem Wohnungsnachbarn vergewaltigt und kommt daraufhin zur "moralischen Wiederherstellung" in ein Erziehungsheim. Mit 14 reißt sie nach New York aus und arbeitet in dem ersten Bordell, in dem sie, wie ein Freund später schreibt, "ein weißes Telefon bekam und auch noch 50% ihrer Einnahmen." Die Huren-Karriere ist allerdings kurz. Sie weigert sich, gratis mit freundlich gesinnten Polizisten zu schlafen und wird gefeuert. In einem der illegalen Speak-Easies bewirbt sie sich als Tänzerin und wird als Sängerin engagiert. Drei Jahre singt sie dort, bis John Hammond sie dort hört und sie an Benny Goodman weitervermittelt.
1934 trifft Billie Holiday auf Lester Young. Sie lernt von ihm, daß es auch noch musikalische Möglichkeiten jenseits von Louis Armstrong gibt, wie man die Stimme als Instrument benutzen kann, wie man zu seinem eigenen Stil findet. Und sie lernte von ihm, wie man sich eine Spritze setzt. Aufnahmen aus dieser Zeit featuren sie zusammen mit Artie Shaw, Count Basie, Benny Goodman und Teddy Wilson. Lester Young nennt sie nun "Lady Day". Sie nennt Lester "Prez" uns steckt sich Gardenienblüten ins Haar, ihr Markenzeichen der nächsten zwanzig Jahre. 1939 nimmt sie den Song STRANGE FRUIT auf, eine ungeheure Mutprobe für eine auf das weiße Publikum angewiesene Nachtclub-Sängerin, sich musikalisch und inhaltlich soweit vorzuwagen, den Blues von der Lynchjustiz zu singen.
Spätestens ab 1942 ist Billie Holiday ein Star. Auftritte in den Clubs der 52nd Street, im Metropolitan Opera House und der Carnegie Hall, in den von George Wein geleiteten Nobelhotels in Boston. Eine Filmrolle zusammen mit Louis Armstrong. Ein eigenes Orchester. Eine triumphale Europatournee 1954. Aber da war und ist immer das Heroin. Auch nach der Trennung von Lester Young bleibt Billie Holiday eine starke Trinkerin und Fixerin. Ab 1945 treten immer wieder schwere Depressionen auf. 1946 kommt sie kurz ins Gefängnis, selbstverständlich wegen Drogenbesitz. Ihre Arbeitserlaubnis für New York wird aberkannt und ihr bis zu ihrem Tod nicht wieder zurück gegeben. Dafür, man denke an ihr Ende, läßt sie die Polizei in den Staaten fast vor und nach jedem Konzert durchsuchen: Sie müssen sie wirklich gehaßt haben. Daß die Alkohol- und Drogenexzesse zusammen mit jeder Menge Zigaretten ihre Stimme verändert haben, ist klar. Sie wurde tiefer, bekam ein anderes Vibrato, die Leichtigkeit und der spielerische Umgang mit den Texten trat zurück zugunsten einer fast klassisch zu nennenden Einfachheit.
Bis 1956/57, bis Billie Holiday ihre Biographie LADY SINGS THE BLUES diktiert hat und die Heirat mit ihrem geldgierigen Manager Louis McKay ihr die letzten Kräfte kostet, bis in diese späten fünfziger Jahre sind die meisten Aufnahmen von Billie Holiday einzigartige Blues- und Souldokumente. Ehemann Louis McKay versorgt Billie Holiday mit Drogen und Arbeit, und ist ansonsten damit beschäftigt, das Geld mit anderen Mädchen durchzubringen. 1958 schickt er Billie wieder auf Europatournee. Das Publikum pfeift sie gnadenlos aus. Die Depressionen und der Heroinkonsum nehmen zu. Dazu kommt die ständige Angst vor der Polizei. 1959 steht Billie Holiday ein letztes mal im Studio, zusammen mit dem Orchester Ray Ellis. Eingespielt wird biedere Unterhaltungskonfektion aus drei Jahrzehnten. Frank Sinatras Erfolge scheinen Vorbild zu sein. Von einigen großartigen Momenten abgesehen ist Billie Holidays Vortrag ein Trauerspiel. So sollte man Billie Holiday aber nicht in Erinnerung behalten. Fast ihr ganzes Leben lang war sie ganz vorne, ganz oben und diese Billie Holiday gilt es zu hören...

CD 1
01 Them There Eyes - with Sy Oliver and his orchestra 02 There is No Greater Love - with Bob Haggart and his orchestra 03 Mandy is Two - with Teddy Wilson and his orchestra 04 All of Me - with Eddie Heywood and his orchestra 05 The Blues Are Brewin' - with John Simmons and his orchestra 06 You Can't Lose a Broken Heart - with Louis Armstrong and Sy Oliver and his orchestra 07 Don't Explain - with Bob Haggart and his orchestra 08 Baby, I Don' Cry over You - with Billy Kyle and his trio 09 Solitude - with Eddie Heywood and his orchestra 10 Keeps on Raining - with Sy Oliver and his orchestra 11 Do Your Duty - with Sy Oliver and his orchestra 12 What is This Thing Called Love? - with Bob Haggart and his orchestra 13 It's a Sin to Tell a Lie - with Teddy Wilson and his orchestra 14 It's Like Reaching for the Moon - with Teddy Wilson and his orchestra 15 Yesterdays - with her orchestra 16 Easy to Love - with Teddy Wilson and his orchestra 17 A Fine Romance - with her orchestra 18 The Very Thought of You - with her orchestra 19 A Sailboat in the Moonlight - with her orchestra 20 The Man I Love - with her orchestra 21 Night & Day - with her orchestra 22 Love Me or Leave Me - with Teddy Wilson and his orchestra 23 Romance in the Dark - with her orchestra
24 My sweet hunk o'trash - with Louis Armstrong and Sy Oliver and his orchestra
CD 2
01 Now or Never - with Sy Oliver and his orchestra 02 Georgia on My Mind - with Eddie Heywood and his orchestra 03 Let's Do It - with Eddie Heywood and his orchestra 04 Time on My Hands - with her orchestra 05 I'll Get by - with Eddie Heywood and his orchestra 06 Deep Song - with Bob Haggart and his orchestra 07 St. Louis Blues - with Benny Carter and his all star orchestra 08 Body & Soul - with her orchestra 09 I'm Yours - with her orchestra 10 Ghost of Yesterday - with her orchestra 11 Baby Get Lost - with Buster Harding and his orchestra 12 You Go to My Head - with her orchestra 13 Until the Real Thing Comes Along - with Teddy Wilson and his orchestra 14 I Hear Music - with her orchestra 15 If You Were Mine - with Teddy Wilson and his orchestra 16 That's All I Ask of You - with her orchestra 17 I Cried for You - with Teddy Wilson and his orchestra 18 I Can't Get Started - with her orchestra 19 Wherever You Are - with her orchestra 20 As Time Goes by - with Eddie Heywood and his orchestra 21 I Cover the Waterfront - with Eddie Heywood and his orchestra 22 My Old Flame - with Eddie Heywood and his orchestra 23 Big Stuff - with Bob Haggart and his orchestra 24 Somebody's on My Mind - with Gordon Jenkins and his orchestra 25 Do Nothing 'Till You Hear from Me (Live) - with the Esquire all stars
CD 3
01 That Old Devil Called Love - with Toots Camarata and his orchestra 02 My Man - with Bobby Tucker and his trio 03 On the Sunny Side of the Street - with the Eddie Heywood Trio 04 God Bless the Child - with Eddie Heywood and his orchestra 05 (I Love You) Porgy - with Bobby Tucker and his trio 06 Trav'Lin Light - with Paul Whiteman and his orchestra 07 Guilty - with Eddie Heywood and his orchestra 08 Miss Brown to You - with Teddy Wilson and his orchestra 09 Lover Come Back to Me - with Eddie Heywood and his orchestra 10 Billie's Blues (I Love My Man) - with the Eddie Heywood Trio 11 I'll Be Seeing You - with Eddie Heywood and his orchestra 12 Embraceable You - with Eddie Heywood and his orchestra 13 Sugar - with Teddy Wilson and his orchestra 14 Fine & Mellow - with her orchestra 15 I Wished on the Moon - with Teddy Wilson and his orchestra 16 When You'Re Smiling - with Teddy Wilson and his orchestra 17 Gloomy Sunday - with Teddy Wilson and his orchestra 18 Me, Myself & I - with her orchestra 19 He's Funny That Way - with her orchestra 20 This Year's Kisses - with Teddy Wilson and his orchestra 21 Summertime - with her orchestra 22 Easy Living - with Teddy Wilson and his orchestra 23 Lover Man - with Toots Camarata and his orchestra 24 Strange Fruit (Live) - with Milt Raskin (piano) (Live performance)

Am 17. Juli 1959, vor rund 50 Jahren also, starb die Sängerin Billie Holiday. Im März des selben Jahres war schon ihr musikalischer Lehrmeister und zeitweiliger Lebensgefährte gestorben: Lester Young, Johannes der Täufer des Bebop und Cool. New York Juli 1959: Die seit langen Jahren heroinabhängige Billie Holiday wird mit akuter Gelbsucht in ein Krankenhaus eingeliefert. Niemand kennt sie; sie ist nur eine Negerin mit Einstichen an den Armen. Sie bleibt ohne Behandlung fast zwei Stunden bewußtlos auf dem Gang liegen, bis ein vorbeikommender Sanka-Fahrer eines anderen Krankenhauses sie erkennt, in seinen Wagen packt und zu seinem Arbeitsplatz, dem Metropolitan Hospital, fährt, wo sie sofort unter ein Sauerstoffzelt kommt und nach 12 Tagen auf die Intensivstation verlegt wird. Dort taucht prompt die New Yorker Polizei auf, um eines ihrer Lieblingsopfer wieder einmal zu verhaften: Drogenkonsum ist strafbar und diese arrogante Jazztante hat ihnen schon so oft Schwierigkeiten gemacht. Auf sie mit Gebrüll! Ihr persönlicher Besitz wird sichergestellt und zwei Polizisten neben ihrem Bett postiert. Billie Holiday kriegen sie trotzdem nicht: Sie stirbt in dieser Nacht.
Dieses 3 CD Set ist neu und originalverschweisst!!!
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