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10 CD Box *DIRIGENT* Karel Ancerl HERMANN SCHERCHEN

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Item specifics - Music: CDs
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Great Conductors

- 10 CD BOX -

DDD/ADD

 

Diese 10 CD Box enthält Einspielungen von berühmten Komponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Peter Tchaikovsky und vielen, vielen mehr.

Diese wurden unter der Regie grosser Dirigenten von bekannten Orchestern in Szene gesetzt!

 

Auflistung der Dirigenten und der Orchester:

George Szell - Cleveland Orchestra

Sir John Barbirolli - The Halle Ochestra of Manchester

Karel Ancerl - Czech Philharmonic Orchestra

Hans Knappertsbusch - Münchner Philharmoniker

Sergiu Celibidache - Orchestra della Svizzera Italiana

Sir Thomas Beecham - The Royal Philharmonic Orchestra

Vladimir Delman - Orchestra Sinfonica dell'Emilia Romagna

Wolfgang Sawallisch - Orchestra della Svizzera Italiana

Hermann Scherchen - Orchestra della Svizzera Italiana

Wilhelm Furtwängler - Berliner Philharmoniker

 

 

 

Wilhelm Furtwängler (* 25.01.1886 in Berlin-Schöneberg; † 30.11.1954 )

 

Wilhelm Furtwängler wurde 1886 als Sohn des Professors für Archäologie Adolf Furtwängler und dessen Frau Adelheid (geb. Wendt) am Nollendorfplatz in Berlin geboren. Er wuchs in einer Umgebung auf, für die "deutsch" nicht etwa nur eine Herkunftsbezeichnung darstellte – im Gegenteil, besonders auf kulturellem Gebiet galt "deutsch" als etwas an sich schon Überlegenes. Dieser geistige Hintergrund ist nicht nur der Schlüssel zu seiner späteren Interpretationskunst als überragender Dirigent, sondern führt auch unmittelbar zu einem Verständnis seiner ambivalenten Haltung in der Zeit des Nationalsozialismus.

Als Schüler besuchte er das humanistische Gymnasium in München und begeisterte sich für Musik. Ab 1899 erhielt er Privatunterricht in Tonsatz, Komposition und Klavier. Seine ersten Engagements führten ihn nach Breslau, Zürich, München, Straßburg und Lübeck. 1915 wurde Furtwängler Operndirektor in Mannheim, 1919-21 fungierte er als Chefdirigent des Wiener Tonkünstlerorchesters, 1920 übernahm er als Nachfolger von Richard Strauss die Konzerte der Berliner Staatsoper. Von 1921-27 hatte er (gemeinsam mit Leopold Reichwein) die Stelle des Konzertdirektors der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien inne und dirigierte in dieser Funktion das 1921 neu konstituierte Wiener Sinfonieorchester (seit 1933: Wiener Symphoniker). Ab 1922 arbeitete er als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker und dirigierte außerdem bis 1928 das Gewandhausorchester in Leipzig als Kapellmeister. Für das Jahr 1931 hatte er die Gesamtleitung der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth.

Die Nazis hofierten Furtwängler wegen seiner internationalen Reputation als kulturelles Aushängeschild. Sie ernannten ihn 1933 zum Leiter der Berliner Staatsoper und zum Vizepräsidenten der Reichsmusikkammer. Er selbst sah sich als apolitischen Künstler. Weil er das Aufführungsverbot für Hindemiths "Mathis der Maler" nicht akzeptieren wollte, trat er 1934 als Leiter der Staatsoper und der Berliner Philharmoniker zurück. Wilhelm Furtwängler kritisierte am 11. April 1933 in einem offenen Brief an Joseph Goebbels die Diskriminierung jüdischer Musiker: "Nur einen Trennungsstrich erkenne ich letzten Endes an: den zwischen guter und schlechter Kunst." Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda antwortete sofort: "Lediglich eine Kunst, die aus dem vollen Volkstum selbst schöpft, kann am Ende gut sein und dem Volke, für das sie geschaffen wird, etwas bedeuten [...] Gut muss die Kunst sein; darüber hinaus aber auch verantwortungsbewusst, gekonnt, volksnahe und kämpferisch." 1936 wollte er Deutschland verlassen, um als Nachfolger Toscaninis die New Yorker Philharmoniker zu übernehmen. Eine von interessierter Seite lancierte Falschmeldung, die angeblich von Göring ausging und verbreitete, Furtwängler habe die Leitung der Berliner Oper verbindlich zugesagt, löste jedoch Proteste in New York aus, so dass Furtwängler absagen musste. Stattdessen leitete er bis 1945 die Berliner und ab 1939 auch die Wiener Philharmoniker. Der Briefwechsel Furtwängler/Goebbels ist im Berliner Tageblatt am 11. und 12. April 1933 erschienen (Reichs- und Berliner Ausgabe der Morgenausgabe der Zeitung unterscheiden sich geringfügig).

1945 erhielt Furtwängler von den Amerikanischen Besatzungsbehörden zunächst Dirigierverbot. Er wurde 1946 mit Unterstützung des jüdischen Geigers Yehudi Menuhin in Berlin und Wien "entnazifiziert". Es dauerte sieben Jahre, bis Furtwängler 1952 wieder die Leitung der Berliner Philharmoniker übernehmen durfte und gleichzeitig als deren Chefdirigent auf Lebenszeit geehrt wurde.

Furtwänglers Freunden von früher fiel es schwer, ihm seine Prominenz im Dritten Reich zu verzeihen. Paul Hindemith, Yehudi Menuhin, Szymon Goldberg und auch die einstige Sekretärin Furtwänglers, die jüdischen Glaubens war, setzten sich allerdings für ihn ein, obschon sie wussten, dass Furtwängler, nachdem Bruno Walter und Fritz Busch Deutschland hatten verlassen müssen, sich dazu bereit gefunden hatte, Vizepräsident der Reichsmusikkammer unter dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Joseph Goebbels, zu werden und sich damit als Kulturexponent Großdeutschlands missbrauchen zu lassen. Furtwängler soll sich jedoch mit Leib und Seele für die Mitglieder seiner Philharmoniker eingesetzt haben, für Juden wie seinen Primgeiger Szymon Goldberg und später für Nicht-Juden, die den Nazis nicht genehm waren. Rolf Liebermann soll gesagt haben, Furtwängler habe bedrängte Kollegen sogar vor dem Zugriff der Gestapo in seiner Wohnung versteckt.[1]

Furtwängler war zweimal verheirat. 1923 heiratete er die Dänin Zitla Lund. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits 4 außereheliche Kinder. Die Ehe selbst blieb kinderlos. 1931 erfolgte die offizielle Trennung des Paars, die Scheidung jedoch erst 1943. Im gleichen Jahr heiratete er Elisabeth Ackermann, geborene Albert, deren erster Mann, Hans Ackermann, im II. Weltkrieg gefallen war. Aus dieser Ehe ging der einzige eheliche Sohn, Andreas E. Furtwängler, *11. November 1944, hervor.

Furtwängler ist Stiefvater der Schauspielerin Kathrin Ackermann, deren Tochter Maria Furtwängler ebenfalls als Schauspielerin bekannt ist.

 

Furtwängler war ein Dirigent, dessen Selbstverständnis der Mythos von der Erlösungsfunktion der Musik ist. Furtwänglers Subjektivität äußerte sich in einer Dirigierhaltung, die häufig als unerschöpfliches Sich-Hineinsteigern in Formen und Elemente der Musik gedeutet wurde, die dabei aber auch, gerade was Accelerandi und Temporückungen betrifft, in hohem Maße kalkuliert war. Diese Haltung und Interpretationsweise hat ihren Ursprung im 19. Jahrhundert. Furtwängler hat diese Kunst zu einer Ausdruckskunst von einzigartiger Intensität weiterentwickelt.

Weniger bekannt ist, dass Furtwängler auch komponierte. Seine bedeutendsten Werke schrieb er nach 1935. Das meiste, was er davor komponiert hatte, stammt aus den Jahren bis zum Ersten Weltkrieg. In den zwei Jahrzehnten dazwischen konzentrierte er sich fast ausschließlich auf seine Dirigentenkarriere und vollendete kein einziges Werk. Furtwänglers schmales Œuvre umfasst drei Sinfonien, ein Klavierkonzert, etwas Kammermusik, sowie Chorstücke (sämtlich Jugendwerke) und einige frühe Klavierkompositionen. Die reifen Kompositionen zeichnen sich besonders durch riesenhafte Ausmaße (sein dreisätziges Klavierquintett dauert 80 Minuten), sowie ein hohes Maß an motivisch-thematischer Arbeit aus. Im großen und ganzen ist sein Stil dem Erbe Anton Bruckners, Johannes Brahms? und Max Regers verpflichtet, allerdings führt Furtwängler deren Traditionen auf originelle Weise weiter, sodass man den Komponisten nicht als Epigonen verurteilen darf, was oft geschieht. Zu sehr hat Furtwängler seine eigene, persönliche Tonsprache entwickelt. Die Stimmung seiner Werke lässt sich oft als grüblerisch oder tragisch bezeichnen. Dazu erschwert der hohe intellektuelle Anspruch seiner Musik das Verständnis, was zusammen mit den enormen spieltechnischen Ansprüchen wohl der Grund dafür ist, dass sie sich bisher nicht im Konzertbetrieb etablieren konnte. In jüngerer Zeit haben sich vor allem die Dirigenten Wolfgang Sawallisch, George Alexander Albrecht und Daniel Barenboim um eine Pflege der Musik Furtwänglers bemüht. Eine Gesamtausgabe der Werke des Komponisten ist im Erscheinen begriffen.

Die Aufnahme von Beethovens 9. Sinfonie mit dem Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele unter der Leitung Furtwänglers vom 29. Juli 1951 (Anlass war die Wiedereröffnung der Festspiele nach dem Zweiten Weltkrieg) diente mit einer Länge von 74 Minuten angeblich als Maßstab für die Größe einer Audio-CD (12cm).

 

 


Sir John (Giovanni Battista) Barbirolli (* 2.12.1899 in London; †29.07.1970)
 

Giovanni stammte aus einer Musikerfamilie, sein Vater und sein Onkel waren Geiger an Londoner Theaterorchestern mit Auftritten an der Mailänder Scala unter Arturo Toscanini. 1912-1917 studierte er an der Royal Academy of Music.Als junger Cellist hatte Giovanni einige Tonaufnahmen, spielte im Londoner Symphonie Orchester LSO und erhielt dort früh einen Soloauftritt.

In den 1920ern wandte er sich dem Dirigieren zu und gründete ein Kammerorchester.In den 1930ern machte Barbirolli viele Aufnahmen mit dem LSO und dem London Philharmonic Orchestra, mit denen er Konzerte von führenden Solokünstlern wie Fritz Kreisler, Jascha Heifetz und Rubinstein begleitete.Im Jahr 1937 wurde Barbirolli als Nachfolger von Toscanini als Dirigent der New York Philharmonic verpflichtet, und obwohl seine fünf Spielzeiten dort musikalisch sehr erfolgreich waren, wie Tonaufnahmen von damals zeigen, stand er unter fortwährendem Beschuss der New Yorker Presse.

Im Jahr 1942 wurde Barbirolli zu einer Verlängerung seines Kontraktes gedrängt, hätte zur Fortsetzung seines Aufenthaltes jedoch die US-Staatsbürgerschaft annehmen müssen, wozu er nicht willens war. Zu diesem Zeitpunkt erreichte ihn jedoch eine Einladung, als Hauptdirigent das Hallé-Orchester in Manchester zu übernehmen.Die Mitglieder des Hallé-Orchester waren zu diesem Zeitpunkt zur Hälfte gleichzeitig auch bei der BBC verpflichtet, und als Barbirolli zusagte, wurde diese Doppelverpflichtung aufgelöst und Barbirolli reorganisierte das Orchester.Barbirolli leitete das Orchester anschließend für 25 Jahre. Gleichzeitig dirigierte er auch das BBC-Orchester und andere Londoner Orchester bei Konzerten und auf Plattenaufnahmen mit EMI.



 

Sergiu Celibidache (* 28.06.1912 in Rumänien; † 14.08.1996 )

 

Celibidache war der Sohn einer Pianistin und eines Kavallerieoffiziers, sein Geburtsname lautete Celibidachi, jedoch war in seinem deutschen Pass irrtümlicherweise der letzte Buchstabe falsch eingetragen worden, und er führte fortan den "falschen" Namen sein Leben lang weiter.

Celibidache studierte zunächst in Bukarest und Paris, dann in Berlin Mathematik, Philosophie und Musik (Komposition bei Heinz Tiessen, Kontrapunkt bei Hugo Diestler, Dirigieren bei Walter Gmeindl und Philosophie bei Eduard Spranger), wo er schließlich mit einer Dissertation über Josquin Despres promovierte. Von 1945 bis 1952 leitete er als Nachfolger Wilhelm Furtwänglers ad interim die Berliner Philharmoniker. Später arbeitete er mit einer ganzen Reihe von Rundfunkorchestern in Stockholm, Stuttgart und Paris. Von 1979 bis zu seinem Tod war Celibidache Generalmusikdirektor der Münchner Philharmoniker. In diesen Jahren festigte sich Celibidaches Ruf als Dirigent der Werke von Anton Bruckner.

Celibidache lehnte Tonaufnahmen aus grundsätzlichen Erwägungen ab. Bis auf wenige Ausnahmen zu Beginn seiner Karriere und einer UNICEF-Benefizproduktion seiner eigenen Komposition „Der Taschengarten“ von 1979 gibt es daher keinerlei Plattenproduktionen Celibidaches. Erst nach seinem Tod sind – nicht unumstritten – offizielle Veröffentlichungen von Mitschnitten seiner Konzerte erschienen. Nach derzeitigem Stand hat er mindestens vier Sinfonien und ein Requiem komponiert.

1992 wurde Sergiu Celibidache mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt München ausgezeichnet.

Am 23. Dezember 1999 wurde die Sergiu-Celibidache-Stiftung gegründet, die sich dem Aufbau eines musikalischen Archivs, insbesondere der Kompositionen von Sergiu Celibidache, widmet. Im Oktober 2002 fand in München das 1. Sergiu Celibidache Festival statt, im Jahre 2004, ebenfalls in München, das 2. Festival. Veranstaltungsort für das 3. Sergiu Celibidache Festival 2006 war Iasi in Rumänien.

 

 

Hans Knappertsbusch (* 12.03.1888 in Elberfeld (heute: Wuppertal), † 25.10.1965 in München)
 


 Hans Knappertsbusch studierte am Konservatorium in Köln. Stationen seines frühen Wirkens als Kapellmeister waren ab 1909 Mülheim an der Ruhr, Bochum, Elberfeld und Leipzig. Parallel dazu assistierte er von 1909 bis 1912 in Bayreuth dem damaligen Festspielleiter Siegfried Wagner und vor allem auch dem Wagner-Dirigenten Hans Richter. Dies war eine Zeit, die prägenden Charakter auf seinen musikalischen Interpretationsstil hatte und seine Entwicklung zum Wagner-Dirigenten von internationalem Format einleitete. Sein Weg führte ihn sodann über Dessau, wo er damals Deutschlands jüngster Generalmusikdirektor war, nach München. Hier wurde er 1922 Nachfolger von Bruno Walter als Leiter der Staatsoper und des Staatsopernchores, eine Position, welche er bis 1935 inne hatte. 1924 erfolgte seine Ernennung zum Professor.

Von den Nationalsozialisten als "politisch unzuverlässig" eingestuft und auch nicht davor zurückschreckend, in seiner unverblümten Art Hitler persönlich vor den Kopf zu stoßen, wurde Knappertsbusch 1935 als Münchner Opernchef abgesetzt und mit Arbeitsverbot belegt, ein Verbot, welches allerdings durch den Mangel an hervorragenden Dirigenten im Dritten Reich bald wieder aufgehoben wurde.

Motiviert durch die Münchner Vorgänge trat Knappertsbusch 1936 erstmals an der Wiener Staatsoper auf, wo er zum ständigen Gastdirigenten avancierte und Werke von Richard Strauss, Richard Wagner und Ermanno Wolf-Ferrari leitete. Dadurch unterschied er sich von anderen deutschen Künstlern, die sich weigerten, in Österreich Auftritte zu absolvieren. Im Juli 1937 wirkte Knappertsbusch erstmals bei den Salzburger Festspielen, wo er eine Inszenierung von Strauss' Der Rosenkavalier dirigierte. Überdies leitete er dort fünf Konzerte der Wiener Philharmoniker mit Werken von Ludwig van Beethoven, Strauss und Wagner. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich trat er weiter bei den Festspielen von 1938 bis 1941 auf. In der Nazi-Zeit dirigierte Knappertsbusch weiter, jedoch weniger oft an der Wiener Oper. Von 1937 an bis zu seinem Tod dirigierte er viele Male die Wiener Philharmoniker.

Knappertsbusch machte keinen Hehl aus seiner Abneigung gegenüber dem Nationalsozialismus und versuchte, soweit möglich, mit dem Regime nicht zu paktieren. Seine Teilnahme an den Salzburger Festspielen während der Zeit, als Österreich noch nicht dem Reich angegliedert war, war bereits ein Affront gegenüber den nationalsozialistischen Machthabern in seiner Heimat, die ihre Künstler vor einer Mitwirkung bei den von ihnen bekämpften Salzburger Festspielen warnten, die ihnen - durch Leitfiguren wie Max Reinhardt, Arturo Toscanini oder Bruno Walter - ein besonderer Dorn im Auge waren. Als nach dem Anschluss Österreichs der Wiener Reichsstatthalter Baldur von Schirach ihm 1940 die Leitung der Wiener Staatsoper antrug, lehnte er ab.

Knappertsbusch' Problematik während der NS-Zeit war ähnlich gelagert, wie bei seinem nahezu gleichaltrigen Dirigenten-Kollegen Wilhelm Furtwängler: Tief in deutscher Kultur und Kunst verwurzelt, konnte und wollte er sich nicht vorstellen, zu emigrieren. Für eine künstlerische Tätigkeit im nationalsozialistischen Deutschland war es aber auf Dauer unmöglich, sich gänzlich zu verweigern; somit sah er sich zu einer zweifellos nicht gerne eingegangen Kooperation genötigt.

Nach dem Krieg übernahm er 1945 zunächst wieder das Amt des Generalmusikdirektors der Bayerischen Staatsoper an, bekleidete es allerdings nicht allzu lange: Bedingt durch seine berufliche Betätigung während des Dritten Reiches verhängten die Amerikaner Im Herbst 1945 ein Berufsverbot über ihn, welches jedoch Anfang 1947 - von diesen als Irrtum erkannt - mit entsprechenden Entschuldigungen wieder zurückgenommen wurde. Sein Nachfolger als Generalmusikdirektor in München wurde 1946 Georg Solti. Nach seiner Rehabilitierung nahm Knappertsbusch jedoch keine feste Stelle mehr an. Die Schwerpunkte seines Wirkens waren von da an München, Wien und später auch Bayreuth. Als Domizil wählte er nach dem Kriege München.

Von 1947 bis 1950 arbeitete er im Theater an der Wien, dem Ausweichquartier der Wiener Staatsoper. Im November 1955 leitete er Der Rosenkavalier von Richard Strauss an der nach der Renovierung neu eröffneten Staatsoper. Dies blieben seine letzten Auftritte im Haus am Ring, der 1956 antretende Direktor Herbert von Karajan engagierte ihn nicht mehr.

Auch seine Mitwirkung bei den Salzburger Festspielen als Dirigent von Orchesterkonzerten der Wiener Philharmoniker setzte er 1947 fort, eine Tätigkeit, die bis Juli 1955 andauerte.

Sein erster Auftritt nach dem Krieg mit den Wiener Philharmonikern erfolgte im April 1947. 1958 begleitete er das Orchester bei einer Tournee durch Österreich, Frankreich, Südtirol und die Schweiz. Am 11. und 12. April 1964 leitete er im Wiener Musikverein zum letzten Mal die Wiener Philharmoniker und dirigierte dabei Werke von Johannes Brahms (Variationen über ein Thema von Haydn) sowie Anton Bruckner (Symphonie Nr. 4).

Den international gefragten Dirigenten führten zahlreiche Gastspiele auch an Opernhäuser Europas außerhalb des deutschsprachigen Raumes. So wirkte Knappertsbusch etwa 1957 an der Mailänder Scala und dirigierte Wagners Tristan und Isolde sowie 1959 Der fliegende Holländer.

Von 1951 an engagierte ihn der neue Festspielleiter von Bayreuth, Wieland Wagner, für die Bayreuther Festspiele. Mit Ausnahme 1953 trat er dort jedes Jahr auf und dirigierte hauptsächlich den Ring und Parsifal. Mit Parsifal hatte er auch am 13. August 1964 seinen letzten Auftritt in Bayreuth.

Knappertsbusch starb 1965 in München und wurde auf dem alten Bogenhausener Friedhof in München beigesetzt.


 Berühmt wurde Knappertsbusch für seine Aufnahmen von Werken von Ludwig van Beethoven, Anton Bruckner, Johannes Brahms und Richard Strauss, die von großer innerer Ruhe und langem, spannungsgeladenem Atem sind. Vor allem jedoch wird er als einer der bedeutendsten Wagner-Interpreten des letzten Jahrhunderts angesehen. Die Werke Richard Wagners lagen ihm sehr am Herzen und seinem künstlerischen Empfinden wohl am nächsten: Als er in der Nachkriegszeit bei den Bayreuther Festspielen dirigierte, war es ihm eine Ehre, dem Vermächtnis Wagners zu dienen und dort ohne Gage zu dirigieren. Am meisten liebte er den "Parsifal", von den 95 Auftritten, die er in Bayreuth absolvierte, war dieses Werk 55 Mal vertreten.

Knappertsbusch probte nur ungern und sehr ökonomisch und verließ sich lieber auf die Intuition während der Aufführung. Obwohl seine Gestik beim Dirigieren meist sparsam war, gelang es ihm, Kraft seiner suggestiven Persönlichkeit, das Orchester zu Höchstleistungen anzuspornen. Manchmal reichten ihm Blicke und Mienenspiel, um dem Musikern seinen Willen mitzuteilen, darin dem legendären Dirigenten Arthur Nikisch nicht unähnlich.

Die künstlerische Ausrichtung des weltanschaulich konservativen Knappertsbusch war an der Tradition orientiert, mit Neuerungen konnte er wenig anfangen, moderne Inszenierungen der Nachkriegszeit etwa waren ihm ein Gräuel. Da er die Spontaneität des Augenblicks bei der Wiedergabe der musikalischen Werke liebte, war er auch kein großer Freund von Studioaufnahmen für die Schallplattenindustrie, von denen es relativ wenige gibt. Jedoch sind zahlreiche Live-Mitschnitte seiner Aufführungen erhalten.


Wie bei vielen Künstlerpersönlichkeiten vereinten sich in Knappertsbusch ambivalente Wesenszüge. Bei Publikum und Orchester war er beliebt wegen seiner Geradlinigkeit und vergleichsweise uneitlen und bescheidenen Wesensart. Am Ende einer Aufführung verbeugte er sich zunächst vor dem Orchester, damit dokumentierend, dass diesem der wesentliche Anteil am Gelingen zuzuordnen ist. Die Musiker behandelte er nicht als Untergebene, sondern ihm Gleichgestellte. Aus der unmittelbaren, entbehrungsreichen Nachkriegszeit ist bekannt, dass er wesentliche Teile seiner Gagen zur Unterstützung seiner Musiker verwendete. Erst spät wurde bekannt, dass Knappertsbusch während der nationalsozialistischen Herrschaft Verfolgte unterstützt hat.

Auf der anderen Seite war er auch bekannt und bei manchem gefürchtet für seine Derbheit und seine ungehobelte und auch nachtragende Wesensart. Insbesondere wurden die Sängerinnen und Sänger bei Fehlern selbst während der Aufführung oft mit lautstarken Obszönitäten bedacht, wie z. B. die berühmte Sopranistin Birgit Nilsson zu berichten weiß. Berüchtigt sind auch seine Beschimpfungen der Nazi-Machthaber, wobei ihm nur aufgrund seiner prominenten Stellung keine Probleme erwuchsen.

Der Autor Andreas Novak charakterisiert ihn somit wohl recht zutreffend als den "ruppigen Humanisten".

 

 

Sir Thomas Beecham Bt. (* 29.04.1879 in St Helens, damals Lancashire; † 08.03.1961 in London)

 

Beecham war ein britischer Dirigent, der mehrere britische Symphonieorchester gründete. Zu diesen Gründungen zählen u.a. New Symphony Orchestra (1906), das London Philharmonic Orchestra (1932) und das Royal Philharmonic Orchestra (1947).

Beecham war darüber hinaus ein Förderer zahlreicher Komponisten seiner Zeit. Er setzte sich maßgeblich für die Aufführung von Werken von Frederick Delius, Ethel Smyth und Jean Sibelius ein. Er spielte als erster in England Die Meistersinger von Nürnberg von Richard Wagner und die Opern Elektra und Salome von Richard Strauss und trug maßgeblich zur Bereicherung des Musiklebens der englischen Hauptstadt bei.

Thomas Beecham war als Sohn eines reichen Pharmazeuten in Oxford erzogen, auf musikalischem Gebiet war er Autodidakt. Aufgrund seiner finanziellen Verhältnisse konnte er es sich erlauben, sich in breitem Stil musikalisch zu engagieren. Bereits in der Zeit von 1902 bis 1904 leitete er ein kleines Opern-Ensemble; auch die Übernahme der künstlerischen und wirtschaftlichen Leitung des Covent Garden war ihm nur dank der finanziellen Unterstützung seiner Familie möglich. Genauso wirtschaftlich mutig gründete er während des 1. Weltkriegs die Beecham Opera Company, die er als eigenes Ensemble 1920 wieder aufgeben musste, da die Ausgaben die Einnahmen bei weitem überstiegen.

Zu seiner Form des Dirigierens gehörte es, am Schluss eines Konzerts als Zugabe besonders publikumswirksame kleine Stücke anzuhängen. Beecham selbst bezeichnete diese Werkauswahl gern als <lollipops> (Süßigkeiten).

Um Beecham, der über einen schlagfertigen Witz verfügte, ranken sich zahlreiche Anekdoten. Die Frage, ob er Stockhausen schon mal aufgeführt habe, verneinte er mit dem Hinweis, dass er aber der Überzeugung sei, schon mal in einen hineingetreten zu sein.

Es sind allerdings auch sehr frauenfeindlichhe Aussprüche von ihm überliefert, so z.B. "I do not like, and never will, the association of men and women in orchestras and other instrumental combinations." oder auch "The trouble with women in orchestras is that if they are attractive, it will upset my players and if they're not it will upset me."

 

 

 

Titel-Liste dieser Box:

 

CD 1

Robert Schumann (1810-1856) Symphony No. 2 in C major, op. 61
1. I. Sostenuto assai. Allegro ma non troppo 10:30
2. II. Scherzo: Allegro vivace 6:35
3. III. Adagio espressivo 10:48
4. IV. Allegro molto vivace 8:03

Claude Debussy (1862-1918) La Mer – Trois esquisses symphoniques
5. I. De l’aube à midi sur la mer 7:56
6. II. Jeux de vagues 6:03
7. III. Dialogue du vent et de la mer 7:23

Hector Berlioz (1803-1869) La Damnation de Faust
8. Marche hongroise 3:59

Cleveland Orchestra, George Szell (conductor), recorded in Lugano, 31.05.1957 (1-4, 8), 19.01.1968 (5-7)

Total Time: 61:19

 

CD 2

An Elisabethan Suite
1. I. William Byrd (1543-1623) The Earl of Salisbury’s Pavane 2:09
2. II. Anonymous The Irishe ho Hoane 1:48
3. III. A Toye 1:13
4. IV. Giles Farnaby (1560-1620) Giles Farnaby’s Dreame 1:32
5. V. John Bull (1562-1628) The King’s Hunt 5:06

Ralph Vaughan Williams (1872-1958) Symphony No. 8 in D minor
6. I. Fantasy (Variations Without Theme) 10:27
7. II. Scherzo alla marcia 3:31
8. III. Cavatina 8:05
9. IV. Toccata 5:18

Nikolai Rimsky-Korsakov (1844-1908)
10. Cappriccio Espagnol, op. 34 15:23

Emmanuel Chabrier (1841-1894)
11. España (Rhapsody for Orchestra) 6:18
The Hallé Orchestra of Manchester, Sir John Barbirolli (conductor), recorded in Lugano, 11.04.1961

Total Time: 60:55

 

CD 3

Bed?ich Smetana (1824-1884) Prodaná nevesta (The Bartered Bride)
1. Overture 6:45


Antonín Dvo?ák (1841-1904) Symphony No. 9 in E minor, op. 95 “From the New World”
2. I. Adagio. Allegro molto 8:50
3. II. Largo 10:26
4. III. Scherzo: Molto vivace 7:34
5. IV. Allegro con fuoco 11:01

Modest Mussorgsky (1839-1881) Pictures at an Exhibition (Orchestration: Mauric Ravel)
6. Promenade 1:29
7. I. Gnomus (The Gnome) 2:13
8. Promenade 0:51
9. II. Il vecchio castello (The Old Castle) 4:10
10. Promenade 0:27
11. III. Tuileries (The Tuileries Gardens) 1:07
12. IV. Bydlo 2:31
13. Promenade 0:39
14. V. Ballet des poussins dans lers coques (Ballet of the Unhatched Chicks) 1:19
15. VI. Samuel Goldenberg und Schmuyle 1:55
16. VII. Limoges: le marché (The Market Place, Limoges) 1:08
17. VII. Catacombae (The Catacombs) 1:51
18. Cum mortuis in lingua mortua (With the Dead in a Language Dead) 1:44
19. IX. La Cabane sur des pattes de poule (Baba Yaga – The Hut on Hen’s Legs) 3:16
20. X. La grande porte de Kiev (The Heroe’s Gate at Kiev) 5:23

Czech Philharmonic Orchestra, Karel An?erl (conductor), recorded in Ascona, 10.10.1958

Total Time: 74:48

 

CD 4

Ludwig van Beethoven (1770-1827) Symphony No. 8 in F major, op. 93
1. I. Allegro vivace e con brio 11:00
2. II. Allegretto scherzando 4:38
3. III. Tempo di Menuetto 5:20
4. IV. Allegro vivace 9:49

Johannes Brahms (1833-1897) Symphony No. 2 in D major, op. 73
5. I. Allegro non troppo 15:36
6. II. Adagio non troppo 9:38
7. III. Allegretto grazioso 5:32
8. IV. Allegro con spirito 10:35

Münchener Philharmoniker, Hans Knappertsbusch (conductor), recorded in Ascona, 18.10.1956

Total Time: 72:12

 

CD 5


Franz Schubert (1797-1828) Symphony No. 8 in B minor, D 759 “Unfinished”
1. I. Allegro moderato 11:20
2. II. Andante con moto 12:17

Peter I. Tchaikovsky (1840-1893) The Nutcracker: Ballet Suite, op. 71a
3. Ouverture miniature Allegro giusto 3:35
4. Marche Tempo di marcia viva 2:21
5. Danse de la Fée Dragée Andante non troppo 2:20
6. Danse Russe (Trépak) Tempo di trepak, molto vivace 1:05
7. Danse Arabe Allegretto 4:52
8. Danse Chinoise Allegro moderato 1:10
9. Danse des Mirlitons Moderato assai 2:35
10. Valse de Fleurs Tempo di valse 6:45

Orchestra della Svizzera Italiana, Sergiu Celibidache (conductor), recorded in Lugano, 14.06.1963

Total Time: 48:25

 

CD 6

Ludwig van Beethoven (1770-1827) Symphony No. 7 in A major, op. 92
1. I. Poco sostenuto. Vivace 12:22
2. II. Allegretto 10:13
3. III. Scherzo: Presto 9:02
4. IV. Allegro con brio 7:23

Georg Friedrich Händel (1685-1759) Love in Bath: Ballet Suite
5. March 1:08
6. The Exquisites (Madrigal) 4:08
7. Love Scene 2:51
8. Menuet 4:11
9. Serenade 2:58
10. The Quarrel 1:22
11. Hornpipe 1:45

Frederick Delius (1862-1934)
12. Walk to the Paradise Garden 9:45

Jean Sibelius (1865-1957) Karelia Suite
13. Alla Marcia 4:42

The Royal Philharmonic Orchestra, Sir Thomas Beecham (conductor), recorded in Ascona, 20.10.1957

Total Time: 71:56

 

CD 7

Anton Bruckner (1824-1896) Symphony No. 9 in D minor
1. I. Feierlich. Misterioso 27:24
2. II. Scherzo: Bewegt, lebhaft. Trio: Schnell 11:04
3. III. Adagio. Langsam, feierlich 21:30

Orchestra Sinfonica dell’Emilia Romagna “Arturo Toscanini”, digitally recorded in 1994

Total Time: 60:00

 

CD 8

Johann Sebastian Bach (1685-1750) Brandenburg Concerto No. 5 in D major, BWV 1050
1. I. Allegro 10:41
2. II. Affettuoso 5:10
3. III. Allegro 5:47

Franz Schubert (1797-1828) Symphony No. 3 in D major, D 200
4. I. Adagio maestoso. Allegro con brio 7:34
5. II. Allegretto 3:55
6. III. Menuetto 3:35
7. IV. Presto vivace 5:07

Ludwig van Beethoven (1770-1827) Symphony No. 4 in B flat major, op. 60
8. I. Adagio. Allegro vivace 11:52
9. II. Adagio 9:17
10. III. Scherzo: Allegro vivace 5:37
11. IV. Allegro ma non troppo 6:46

Orchestra della Svizzera Italiana, Wolfgang Sawallisch (conductor), recorded in Lugano, 04.06.1964

Total Time: 75:25

 

CD 9

Ludwig van Beethoven (1770-1827) Symphony No. 5 in C minor, op. 67 (Rehearsal and Concert)

Rehearsal
1. I. Allegro con brio 12:00
2. II. Andante con moto 11:22
3. III. Allegro 7:03
4. IV. Allegro 14:15

Concert
5. I. Allegro con brio 8:05
6. II. Andante con moto 10:17
7. III. Allegro 5:49
8. IV. Allegro 9:02

Orchestra della Radio Svizzera Italiana, Hermann Scherchen (conductor), recorded in Lugano, 24.-26.02.1965

Total Time: 77:57

 

CD 10

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Piano Concerto No. 20 in D minor, KV 466
1. I. Allegro 13:02
2. II. Romanza 9:10
3. III. Rondo: Allegro assai 6:50

Ludwig van Beethoven (1770-1827) Symphony No. 6 in F major, op. 68 “Pastoral”
4. I. Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande Allegro ma non troppo 12:24
5. II. Szene am Bach Andante molto mosso 14:07
6. III. Lustiges Zusammensein der Landleute Allegro 5:57
7. IV. Gewitter. Sturm Allegro 4:13
8. V. Hirtengesang. Frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm Allegretto 9:15

Yvonne Lefébure (piano), Berliner Philharmoniker, Wilhelm Furtwängler, recording place and date unknown

Total Time: 75:01

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